Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

 

Die fertig verleimten Zargen müssen nun auf die richtige Höhe gebracht werden. Da der Boden außerdem einen Radius von 15′ (4572 mm) bekommt, muss auch der Zargenkranz auf diesen Radius geschliffen werden. Ich habe dafür eine mit Schleifpapier beklebte MDF-Platte, in die ein Kugelausschnitt gefräst ist. Solche Platten gibt es z.B bei Andreas Rall mit den verschiedensten Radien zu kaufen. Natürlich könnte man diesen Wölbungsstock (auch „radius dish“ genannt) selbst herstellen, die staubige und laute Fräsarbeit spar ich mir aber lieber :)

Um den Boden verleimen zu können werden um den Zargenkranz herum Reifchen geklebt, die für eine ausreichende Leimfläche sorgen. Nach dem anleimen müssen die Reifchen ebenfalls an den Radius des Bodens angeglichen werden.

 

Zargen auf Höhe schleifen

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Da der Korpus nach hinten hin tiefer wird, muss zum Anzeichnen die Differenz der Tiefe am Ende des Zargenkranzes beigelegt werden. Der Korpus ist bei meiner Guitarlele am Halsansatz 60 mm und am Endklotz 75 mm hoch. Also lege ich Holzklötze mit einer Höhe von 15 mm bei. Die Gitarre wird zum Anzeichnen in den Wölbungsstock gelegt.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

In ein Holzstück habe ich ein Loch gebohrt, damit der Stift zum anzeichnen genau auf der Höhe am Halsfuß ist. Damit zeichne ich eine Linie rund um den ganzen Korpus. Da die Gitarre im Wölbungsstock liegt wird der Radius so automatisch auf den Zargenkranz übertragen.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Mit der Säge schneide ich mit genügend Abstand zur Linie um den Korpus herum. Dabei muss man besonders Acht geben dass die dünnen Zargen nicht einreißen.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Hier sieht man die grob abgesägten Stücke. Da ich mir  beim Anzeichnen nicht ganz sicher war ob ich genau genug gearbeitet habe, habe ich vorsichtshalber noch genug Abstand zur Markierung gelassen.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Mit einem Blockhobel arbeite ich mich jetzt auf die benötigte Höhe heran. Der Hobel folgt dabei dem Verlauf der Zargen. Außerdem vergleiche ich immer wieder die Höhe auf auf beiden Seiten, diese müssen exakt gleich sein.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Sobald ich in die Nähe der angestrebten Höhe gekommen bin, zeichne ich den gesamten Zargenkranz inklusive Hals- und Endklotz mit Kreide an.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Mit einer drehenden Bewegung schleife ich die Zargen im Wölbungsstock. Die Gitarre wird dabei immer wieder gedreht, damit auf beiden Seiten gleichmäßig geschliffen wird.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Dort wo die Kreide noch stehen bleibt, ist die Zarge zu hoch. Mit dem Schleifen ist man erst fertig, wenn die Kreide an allen Stellen abgetragen ist. Auch die Klötze müssen auf der selben Höhe liegen und die Markierungen abgeschliffen sein.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Von der Seite sieht man sehr schön den Radius, den die Unterseite der Gitarre bekommen hat. Auch der Halsansatz verläuft im gleichen Radius.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Wenn der Radius fertig geschliffen ist können die Reifchen eingeleimt werden. Ich zwinge eine Seite ohne Leim an der Zarge fest und länge den Streifen zuerst ab. Anschließend kann das Reifchen angeleimt werden. Ich lasse den Streifen leicht über die Zarge stehen, damit ich es später auf die selbe Höhe wie den Zargenkranz schleifen kann. Auf keinen Fall sollte das Reifchen tiefer als die Zarge liegen, da sonst die Zarge selbst abgeschliffen werden müsste.

Bau einer Guitarlele: #14 Zargen auf Höhe schleifen

Und so schaut der Zargenkranz mit den fertig eingeleimten Reifchen aus. Zum Abschleifen habe ich wieder die komplette Fläche der Reifchen mit Kreide ein und schleife Alles im Wölbungsstock auf die richtige Höhe.

Als nächstes wird der Boden zum Verleimen vorbereitet. Dazu muss dieser ausgeschnitten, auf Stärke gehobelt und bebalkt werden. Außerdem kommt noch ein Mittelstreifen in den Boden. Das Alles gibt es im nächsten Beitrag ;) Bis dahin wie immer,

Stay tuned, Rudie

 

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