Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

 

Die Randeinlagen einer Gitarre haben mehrere Funktionen: Da sie entweder aus Hartholz oder Kunststoff bestehen, schützen sie die sonst empfindlichen Kanten der Gitarre. Außerdem können sie zu einer schöneren Optik der Gitarre beitragen. Die Zierstreifen, die meist nur an der Decke eingefräst werden, haben abgesehen von der Optik keine weitere Funktion. Am Stoß der Zargen lege ich außerdem ein weiteres Stück Holz ein, um den Stoß zu verdecken und eine weitere optische Aufwertung hinzuzufügen.

Randeinlagen (oder auch Bindings genannt) aus Kunststoff sind sehr flexibel und können ohne vorbiegen des Materials angeklebt werden. Da meine Einlagen aus Holz sind muss ich diese vorher so genau wie möglich vorbiegen. Zum Fräsen der Kanäle benutze ich einen Dremel mit Fräser + Anlaufkugellager in der richtigen Größe. Den Kanal für die Zierstreifen auf der Decke schneide ich mit einem sogenannten „Purfling-Cutter“ vor und erledige den Rest mit einem Stemmeisen.

Randeinlagen und Zierstreifen

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Ich beginne mit dem Einsetzen der Abdeckung am Zargenstoß. Das Holzstück ist aus dem selben Material wie das spätere Binding. Ich habe mich dafür entschieden die Abdeckung keilförmig zu gestalten. Der Umriss der Einlage wird genau in der Mitte des Korpus angezeichnet. Besonders am Boden muss der Keil mittig weiter verlaufen, da man das später genau sehen kann sollte das etwas versetzt sein.

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Mit einer Japansäge schneide ich die Markierungen vor. Ich schneide die Zarge komplett durch.

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Mit einem Stemmeisen löse ich das überflüssige Material vom Endklotz. Dabei sollte man immer darauf achten von beiden Seiten zur Mitte hin zu arbeiten, da Boden oder Decke sonst leicht ausreißen können.

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An beiden Seiten lege ich noch den gleichen Zierstreifen ein, der später an der Unterseite der Randeinlage ist. Diese Streifen werden später auf Gehrung geschnitten.

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Jetzt kann der Keil inklusive Zierstreifen eingeleimt werden. Später hoble ich das Material bündig zur Zarge.

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Um Ausrisse an der Decke zu vermeiden, kommt eine Schicht Schellack rund um die Decke. Die Decke muss jetzt schon bündig zur Zarge sein.

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Ich habe alle 4 Randeinlagen so zusammengepackt, dass ich jeweils 2 linke und 2 rechte Stücke habe. So kann ich alle Ränder gleichzeitig biegen.

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Hier sieht man den Dremel mit Aufsatz und Fräser. Durch das Anlaufkugellager ergibt dich ein Kanal mit 1,5 mm Tiefe. Die Bindings haben ebenfalls eine Stärke von 1,5 mm und sind 6 mm hoch. Die Höhe des Bindingkanals stelle ich auf ca. 5,5 mm, das überstehende Material kann ich dann nach dem verkleben bündig schleifen.

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Beim Fräsen der Kanäle muss man besonders auf den Faserverlauf der Decke acht geben. An kritischen Stellen wie an der Taille bewege ich den Fräser nur sehr langsam.

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Hier sieht man die Kanäle für Zierstreifen und Randeinlagen. Den Kanal für den Zierstreifen habe ich wie gesagt händisch geschnitten. Den Bindingkanal habe ich nicht ganz durchgefräst, um den Zierstreifen später auf Gehrung schneiden zu können (das nächste Bild sollte das besser beschreiben).

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Mit einem Stemmeisen passe ich die Gehrungen so an, dass der Zierstreifen optisch „durchlaufend ist. Das Binding selbst schneide ich so zu, dass es mittig endet. Da das andere Ende der Randeinlage später unter dem Griffbrett liegt, ist diese Stelle nicht so kritisch.

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Um die Randeinlagen beim verleimen fixieren zu können, reiße ich mir pro Seite ca. 20 Stück Abklebeband ab um später alles griffbereit zu haben.

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Jetzt können die Zierstreifen und Randeinlagen gleichzeitig verleimt werden. Ich trage dafür immer ca. 10 cm Leim auf, richte alles ein und fixiere es mit Klebeband. Danach trage ich wieder Leim auf und arbeite mich so vor.

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Um alles richtig anzupressen verwende ich wie schon beim Aufleimen des Bodens wieder den aufgeschnittenen Fahrradschlauch. Nachdem alles durchgetrocknet kann der Schlauch und das Klebeband entfernt und die nächste Seite angeleimt werden.

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Nach dem Verleimen kann dann die Randeinlage bündig gehobelt werden. Dabei muss man aufpassen dass man nicht versehentlich in Decke oder Boden hobelt. Daher trage ich das letzte Stück mit Schleifpapier ab.

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

So sieht das Endergebnis aus. Sollten irgendwo Spalte zu sehen sein, können diese mit Leim und Schleifstaub gefüllt werden. War bei mir zum Glück nicht notwendig.

Bau einer Guitarlele: #17 Randeinlagen und Zierstreifen

Hier kann man sehen wie der Zierstreifen am Binding zum Nächsten übergeht. Vor dem Finish der Gitarre schleife ich nochmal alles fein mit Schleifpapier. Fürs erste ist das Binding aber fertig!

Als nächstes fertige ich das Griffbrett an. Danach wird es aufgeleimt und bundiert, bis dahin aber wie immer

Stay tuned, Rudie

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